Schröpfen in der TCM

Schröpfen ist eine traditionelle Reiztherapie und seit Jahrhunderten Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Bei der Behandlung werden spezielle Schröpfgläser auf die Haut aufgesetzt und ein Unterdruck erzeugt. Dadurch wird das Gewebe angehoben und die lokale Durchblutung angeregt.
Schröpfen wird insbesondere bei Verspannungen, Muskelbeschwerden und Schmerzen des Bewegungsapparates eingesetzt. Je nach Beschwerdebild und Behandlungsziel kommen unterschiedliche Schröpftechniken zum Einsatz.
Wie wirkt Schröpfen?
Durch den Unterdruck der Schröpfgläser wird die Haut und das darunterliegende Gewebe angesaugt. Dadurch entsteht ein intensiver mechanischer Reiz, der die lokale Durchblutung und die Gewebedurchblutung beeinflussen kann.
In der TCM wird Schröpfen traditionell eingesetzt, um den Qi- und Blutfluss zu unterstützen und Blockaden zu lösen. Besonders häufig wird die Methode bei muskulären Verspannungen und Beschwerden des Bewegungsapparates angewendet.
Nach der Behandlung können charakteristische rote bis bläulich-violette Hautverfärbungen entstehen. Diese sogenannten Schröpfmale sind eine typische Reaktion auf das Schröpfen und Verschwinden normalerweise innerhalb einiger Tage.
Welche Schröpfmethoden gibt es?
Trockenes Schröpfen
Beim trockenen Schröpfen werden die Schröpfgläser auf zuvor ausgewählte Hautbereiche gesetzt. Durch den erzeugten Unterdruck wird die Haut in das Glas gezogen.
Die Gläser verbleiben für eine bestimmte Zeit auf der Haut. Dabei kann eine deutliche Rötung oder eine bläuliche Verfärbung entstehen.
Diese Methode wird in der TCM insbesondere bei muskulären Verspannungen, Schmerzen und Beschwerden des Bewegungsapparates eingesetzt.
Blutiges Schröpfen
Beim blutigen Schröpfen wird die Haut vor dem Aufsetzen der Schröpfgläser oberflächlich angeritzt bzw. punktiert. Anschließend wird durch den Unterdruck eine geringe Menge Blut und Gewebeflüssigkeit aus dem behandelten Bereich gezogen.
Diese Methode erfordert besonders sorgfältige Hygiene und sterile Arbeitsweise und sollte ausschließlich von entsprechend qualifizierten Therapeuten durchgeführt werden.
Schröpfkopfmassage
Bei der Schröpfkopfmassage wird zunächst ein geeignetes Öl auf die Haut aufgetragen. Anschließend wird ein Schröpfglas aufgesetzt und mit leichtem Unterdruck über das zu behandelnde Hautareal bewegt.
Durch die Kombination aus Unterdruck und Bewegung entsteht eine intensive mechanische Stimulation des Gewebes. Die Schröpfkopfmassage wird häufig bei Verspannungen und muskulären Beschwerden angewendet.
Typische Anwendungsbereiche des Schröpfens
Schröpfen wird in der TCM und in der komplementären Therapie insbesondere bei folgenden Beschwerden eingesetzt:
- Nacken- und Schulterverspannungen
- Muskelverspannungen und muskuläre Schmerzen
- Rückenbeschwerden
- Beschwerden des Bewegungsapparates
- Gelenkbeschwerden
- Spannungskopfschmerzen
- unterstützend bei Migräne
- Durchblutungsstörungen im behandelten Gewebe
- allgemeine Erschöpfungs- und Schwächezustände
- Menstruationsbeschwerden
Die Auswahl der Schröpftechnik und der Behandlungsregion erfolgt individuell nach den Beschwerden und dem Befund.
Schröpfen in der TCM
Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Schröpfen eingesetzt, um den Fluss von Qi und Blut zu regulieren und energetische Blockaden zu lösen. Dabei werden bestimmte Körperregionen und Akupunkturpunkte entsprechend der individuellen TCM-Diagnose ausgewählt.
Schröpfen kann als eigenständige Behandlung oder in Kombination mit anderen TCM-Verfahren, beispielsweise Akupunktur und Moxibustion, eingesetzt werden.
Wann sollte nicht geschröpft werden?
Schröpfen ist nicht für jeden Menschen und nicht für jede Körperregion geeignet. Besondere Vorsicht ist beispielsweise erforderlich bei:
- Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten
- ausgeprägten Blutgerinnungsstörungen
- offenen Wunden
- akuten Hauterkrankungen oder Hautentzündungen
- ausgeprägten Wundheilungsstörungen
- schweren Erkrankungen, bei denen eine medizinische Abklärung erforderlich ist
Beim blutigen Schröpfen gelten besonders hohe Anforderungen an Hygiene, Sterilität und fachgerechte Durchführung.
Schröpfen in unserer TCM-Praxis
Wenn Sie unter Verspannungen, Rückenbeschwerden, Nacken- und Schulterschmerzen oder anderen muskulären Beschwerden leiden, kann Schröpfen eine Möglichkeit der ergänzenden Behandlung sein.
Welche Schröpfmethode geeignet ist, wird individuell anhand Ihrer Beschwerden und des Befundes entschieden.
Häufige Fragen zum Schröpfen
Beim Schröpfen werden Gläser auf die Haut gesetzt, aus denen Luft abgesaugt wird. Dadurch entsteht ein Unterdruck, der die Durchblutung fördert und Blockaden lösen kann.
Das Empfinden während einer Schröpfbehandlung ist individuell unterschiedlich. Durch den Unterdruck kann ein Zieh-, Spannungs- oder Wärmegefühl entstehen. Bei einer Schröpfkopfmassage kann der Reiz intensiver wahrgenommen werden.
Nach dem trockenen Schröpfen können vorübergehend deutliche Hautverfärbungen entstehen. Diese sind eine typische Begleiterscheinung der Behandlung und bilden sich in der Regel wieder zurück.
Ja, anfangs können Hautrötungen oder bläuliche Verfärbungen auftreten, die jedoch in der Regel nach einigen Tagen wieder verschwinden.
Schröpfen wird häufig bei Muskelverspannungen, Rückenschmerzen und zur allgemeinen Verbesserung der Durchblutung eingesetzt.

