Anke Mendoza

Schröpfen (TCM)

Schröpfen ist eine Form der Reiztherapie und gehört zu den klassischen Ausleitungsverfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (Entgiftung und/oder Entschlackung von Stoffen, die den Organismus belasten). Nach den Prinzipien der fernöstlichen Heilkunde soll die Schröpftherapie das Konzept von Yin und Yang in Einklang bringen und die Harmonie innerhalb des Organismus verbessern. Störungen im Fluss der Lebensenergie, „Qi“, sollen durch das Schröpfen beseitigt werden.

Durch den äußeren Reiz von Glasgefäßen, den sogenannten Schröpfköpfen oder Schröpfglocken, wird das Bindegewebe verstärkt durchblutet und die Tätigkeit der korrespondierenden Organe stimuliert. Das Schröpfen bewirkt die Aktivierung von Reflexzonen am Rücken, die in enger Beziehung zu inneren Organen stehen und auf diese einwirken. Seitdem man die Reflexzonen, d.h. die Verwandtschaft bestimmter Hautstellen mit inneren Organen von der Schulmedizin anerkannt hat („Head´sche Zone“), ist die heilende Wirkung von der Massagetherapie verständlich. Das kurative Konzept des Schröpfens ist ebenfalls in diesem Sinne zu verstehen. Es handelt sich um eine wirksame Methode bei der Behandlung von Muskel- und Gelenkschmerzen.

Zum Schröpfen werden sogenannte Schröpfgläser oder Schröpfköpfen verwendet. Sie werden nach Erzeugung eines Vakuums schnell auf die Haut aufgesetzt, so dass ein Unterdruck erhalten bleibt und die Haut ein wenig in den Schröpfkopf hineingesaugt wird. Zur Erzeugung des luftleeren Raumes kommen verschiedeneTechniken zur Anwendung: „Feuerschröpfen“, Schröpfglas mit Gummiball, Schröpfgläser mit mechanischer Vakuumpumpe, etc.

Vorgehen:

Das Schröpfen wird mittels Schröpfgläser durchgeführt, in denen ein Unterdruck erzeugt wird, nachdem sie auf die Haut aufgesetzt worden sind. Zum Schröpfen werden Gläser oder Glocken verwendet. Heutzutage sind diese meistens aus Glas (früher wurden auch Tierhörner und Bambusgefäße benutzt). Vor dem Aufsetzen wird die Luft im Schröpfglas erhitzt und dadurch ein Vakuum erzeugt, so dass sich das Schröpfglas auf der Haut festsaugen kann.

Man unterscheidet zwei verschiedene Arten des Schröpfens: das unblutige und das blutige Schröpfen. Welches Vorgehen der Therapeut anwendet, entscheidet sich erst nach genaueren Abtasten und Beurteilung der Störung.

Trockenes Schröpfen:

Bei dieser unblutigen Methode bleiben die Glasglocken so lange auf der Haut, bis ein Hämatom (bläuliche Verfärbung) entsteht. Die Folge ist eine bessere Durchblutung, Stoffwechselsteigerung sowie über die Reflexwege einen positiven Einfluss auf die korrespondierenden inneren Organen. Leere Reflexzonen („Blutleere“) werden mittels trockener Schröpfung stimuliert.

Blutiges Schröpfen:

Hier wird vor der Behandlung das Hautareal mit einem „Schröpfschnapper“ eingeritzt und erst danach der Schröpfkopf aufgesetzt. Auf diese Weise kann das gestaute Blut und Gewebsflüssigkeit abfließen. Effekt ist eine verbesserte Durchblutung, Verbesserung der Stoffwechselvorgänge und Einfluss auf die entsprechenden Inneren Organen. Verspannte Reflexzonen (Blutfülle) werden mittels blutigen Schröpfens entlastet.

Das Schröpfen wird häufig mit weiteren komplementärmedizinischen Methoden wie etwa die Spagyrik oder Homöopathie kombiniert. Auch in der TCM wird diese Methode manchmal zusammen mit der Akupunktur eingesetzt.

Schröpfkopfmassage:

Bei manchen Indikationen wird die Schröpfkopfmassage angewendet. Das zu behandelnde Hautareal wird zunächst eingeölt. Nach dem Aufsetzten des Schröpfglases wird dieses auf dem zu behandelnden Hautbezirk verschoben. Diese Form der „Massage“ hat sich besonders bei der Verbesserung der Blutzirkulation sowie in der Behandlung von Ödemen, Lymphödemen und Cellulitis bewährt.

 

Indikationen:

  • Anregung des Immunsystems, des Stoffwechsels und des Lymphabflusses
  • Entzündliche Prozesse
  • Lungenentzündung
  • Mandelentzündung
  • Erkrankungen des Muskels- und Bewegungsapparates
  • Kopfschmerzen / Migräne
  • Erkrankungen der inneren Organe
  • Gallenbeschwerden
  • Lebererkrankungen
  • Nierenleiden
  • Verstopfung
  • Menstruationsbeschwerden
  • Antriebslosigkeit und Schwächezustände

Gegenanzeigen:

  • Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten
  • Schwere Nierenerkrankungen
  • Lokale Hauterkrankungen oder Entzündungen der Schröpfareale
  • Patienten mit Wundheilungsstörungen