Anke Mendoza

Moxibustion (TCM)

Die Moxibustion ist eine Therapiemethode der Traditionellen Chinesischen Medizin. Sie beruht, ähnlich wie die Akupunktur, auf die Stimulierung von Akupunkturpunkten. Dies geschieht jedoch nicht durch Nadelstiche, sondern mit Hitze. Die Wärme wird durch das Abbrennen von getrocknetem Moxakraut Beifuss (Artemisia vulgaris) erreicht.

Über die Hitzeeinwirkung wird der Energiefluß („Qi“) angeregt und die pathogenen Faktoren Feuchtigkeit und Kälte vertrieben. Die Moxibustion ist eine der ältesten Therapieformen in der TCM. Anders als die Akupunktur ist sie in den westlichen Ländern noch relativ wenig bekannt. Sie wird oft in Kombination mit der Akupunktur eingesetzt.

Moxibustion

Techniken der Moxa-Therapie

  • Direkte Methode: Bei der direkten Moxibustion wird ein kleiner Kegel oder Quader aus getrocknetem Heilkraut direkt auf dem Akupunkturpunkt angezündet. Das langsam glimmende Moxa erhitzt die Haut bis der Patient ein Hitzegefühl spürt. Die Methode ist gelegentlich schmerzhaft und wird fast nur in China angewendet.
  • Indirekte Methode: Hier wird das Moxakraut ohne direkte Berührung mit dem Körper abgebrannt. Dem Moxakegel wird als Verbrennungsschutz und zur Unterstützung der Wirkung eine ca. 1-2 mm dicke Ingwerscheibe, Knoblauch oder Salz unterlegt.
  • Moxibustion mit „Moxazigarren“: Bei dieser indirekten Methode werden in dünnes Papier gerollte Moxastangen verwendet. Wenn man die Moxazigarre an einem Ende anzündet, glimmt sie ähnlich wie eine normale Tabakzigarre. Man nähert sie nahe über den ausgewählten Akupunkturpunkt auf 0,5 – 1 cm, bis man ein deutliches Hitzegefühl verspürt; dann geht man etwas weiter weg. Kurz danach nähert man die Moxazigarre wieder der Haut. Den Vorgang wiederholt man mehrmals bis die Haut eine deutliche Rötung zeigt. Jeder Punkt wird ca. zwei Minuten erwärmt.
  • Moxibustion mit Moxakasten: Bei dieser Technik wird in einem Holzkasten mit einem Zwischenboden aus Stahldraht oder Stahlgitter ca. 5 cm über der Haut Beifuss abgebrannt, wo es dann zu einer großflächigen Erwärmung kommt, z.B. über der Wirbelsäule.
  • Moxibustion mit Erhitzung der Nadel: Bei diesem „Nadelmoxa“ wird am freien Ende einer Akupunkturnadel ein Moxa-Stück befestigt und angezündet. Über die Nadel wird die Hitze des verglühenden Pulvers in die Tiefe des Gewebes weitergeleitet.
  • Selbstbehandlung mit Moxibustion: Die Selbstbehandlung von Patienten mit Moxibustion hat sich in der täglichen Praxis als hilfreich erwiesen. Voraussetzung ist aber, dass der Patient vom Therapeuten möglichst umfassend über die Methode aufgeklärt wurde. Zur Orientierung werden die ausgewählten Akupunkturpunkte mit einem wasserfesten Filzstift markiert. Am geeignesten für die Heimbehandlung ist die indirekte Methode mit Moxazigarre oder Moxakegel.

Hauptanwendungsgebiete:

  • Aktivierung des Immunsystems
  • Erkrankungen mit chronischem Charakter
  • Chronische Bronchitis
  • Chronisches Asthma
  • Chronische Diarrhöe
  • Linderung von degenerativen Gelenk- und Wirbelsäuleerkrankungen
  • Nacken-/ Schulterverspannungen
  • Schwächezustände nach chronischen Erkrankungen
  • Depressive Verstimmungen
  • Erschöpfungsreaktionen

Kontraindikationen:

  • Fieber und akute Entzündungen
  • Behandlungen am Gesicht, Schädel und in der Nähe von Schleimhäuten
  • Bluthochdruck
  • Behandlung von Kleinkindern